In dem Modellprojekt stehen folgende Handlungsschwerpunkte im Fokus:

I. Kompetenznachweis - erfassen und zertifizieren informell erworbener Kompetenzen

Beschäftigte auf Anlerntätigkeiten haben im Verlauf ihrer Berufserfahrung ihre Kompetenzen vertieft und erweitert. Darüber erfolgt in der Regel jedoch keine anerkannte Bescheinigung, die für Betriebe nachvollziehbar und verwertbar ist. Es gilt, Verfahren der betrieblichen Kompetenzerfassung und Kompetenzanerkennung/zertifizierung in Kooperation zwischen begleitenden Fachdiensten, Beschäftigten, Betrieben, Kammern sowie anderen Zertifizierungsorganisationen für die Zielgruppe zu entwickeln bzw. zu nutzen oder zu adaptieren. Ziel ist die höchst mögliche formale Anerkennung informell erworbener Kompetenzen (berufsrelevanter Kompetenznachweis). Auf dieser Basis können weitere (modulare) Qualifizierungen erfolgen.

II. Kompetenzbausteine - Weiterbildungsmodule entwickeln, erproben und zertifizieren

Durch Kompetenzbausteine bzw. Weiterbildungsmodule soll die Möglichkeit eröffnet werden, schrittweise erweiterte berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben und diese schließlich zu zertifizieren, um berufsrelevante Kompetenzprofile für Beschäftigte und Betriebe am allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbar zu machen.
Dafür sollen individuelle, betrieblich anerkannte und möglichst zertifizierte Kompetenzbausteine in Kooperation zwischen begleitenden Fachdiensten, Beschäftigten, Betrieben, Weiterbildungsanbietern, Kammern sowie anderen Zertifizierungsorganisationen für die Zielgruppe entwickelt werden. Ziel ist die höchst mögliche formale Anerkennung berufsrelevanter Kompetenzbausteine.

III. Aufbau lokaler und bundesweiter Netzwerke

Die im Modellprojekt entwickelten und genutzten Konzepte, Methoden, und Vorgehensweisen zur Erfassung, Erweiterung und Zertifizierung erworbener Kompetenzen sollen für eine breite Fachöffentlichkeit nutzbar gemacht werden. Hierzu erfolgt der Aufbau eines Netzwerkes „Talent-PASS: Kompetenznachweis und Kompetenzbausteine inklusive“ im Rahmen eines regionalen und überregionalen Fachaustausches der relevanten Akteure. Geplante Teilnehmende des Netzwerkes sind u.a. das BMAS, Kammervertretung, Bundesinstitut für Berufsbildung, Gewerkschaftsvertretung, Arbeitgebervertretung, Betriebe, Weiterbildungsanbieter, Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen/Integrationsämter.

IV. Peer-Support (Beratung/Unterstützung durch Menschen mit denselben Merkmalen bzw. in der-selben Lebenssituation wie der/die Beratene)

Der Einsatz von Peer Expert_innen gewinnt im Bereich Teilhabe am Arbeitsleben zunehmend an Bedeutung. Daher sollen im Rahmen des Peer-Supports Qualifikation und der Einsatz von Peer Expert_innen weiterentwickelt und verbreitet werden.
Die Handlungsschwerpunkte werden bundesweit an sechs Standorten von Fachdiensten zur beruflichen Teilhabe in Kooperation mit regionalen Weiterbildungsanbietern, Kammern sowie (anderen) Zertifizierungsorganisationen umgesetzt.