Potentiale aufdecken, anerkennen und weiterbilden
Erfassung, Erweiterung und Zertifizierung berufsrelevanter Kompetenzen von Menschen mit Behinderung zur Sicherung nachhaltiger Beschäftigung

Im März 2019 ist das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt „TalentPASS“ gestartet. Es hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Ausgangssituation:

Als positive Folgewirkung gesetzlicher Neuerungen seit Einführung des SGB IX im Jahr 2001 konnten zunehmend Menschen mit Behinderungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden, die zuvor in der Regel ausschließlich auf die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) angewiesen waren. Mittlerweile liegen Erfahrungen aus ca. 25 Jahren betrieblicher Teilhabe vor, die sich an den Prinzipien aus dem Konzept der Unterstützen Beschäftigung orientieren („erst platzieren dann qualifizieren“). Zunehmend wird - auch aus Sicht der Betriebe - für diese Personengruppe die Bedeutung der Erfassung, Erweiterung und Zertifizierung erworbener Kompetenzen zur Sicherung nachhaltiger Beschäftigung erkannt.
Es geht um Menschen mit Behinderungen, die betrieblich qualifiziert und auf Anlerntätigkeiten (unterhalb von Ausbildung inkl. § 66 BBiG/§ 42m HwO) in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes beschäftigt sind. Im Mittelpunkt steht die individuelle Passgenauigkeit betrieblicher Anforderungen und persönlicher Fähigkeiten. Zur Qualifizierung und Arbeitsplatzerhaltung können Betriebe und Menschen mit Behinderung auf die Beratung und Unterstützung begleitender Fachdienste (z.B. Integrationsfachdienste nach § 192ff. SGB IX oder Anbieter „Unterstützte Beschäftigung“ nach § 55 SGB IX) zurück-greifen. Die professionelle Begleitung beruflicher Integrationsprozesse durch diese Fachdienste ist wesentlicher Bestandteil zur langfristigen Teilhabe am Arbeitsleben.